Altefelds berühmtester Sohn

Im Hauptgestüt Altefeld wurde ein Denkmal aufgestellt

Nun hat der legendäre Alchimist ein Denkmal in seiner Zuchtstätte, dem Hauptgestüt Altefeld. Im Beisein von zahlreichen geladenen Gästen wurde die Bronzebüste des Derbysiegers von 1933 enthüllt. Zu den Ehrengästen zählten der Vorsitzende des Hessischen Reit- und Fahrverbandes, Ernst-Albert Holzapfel, der Vorsitzende des Kreisreiterbundes, Michael Pfanzelt, und der Leiter der Tierklinik Bad Langensalza, Prof. Dr. Manfred Günther. Musikalisch wurde die Enthüllung der Büste durch die Parforcehorngruppe aus Bad Sooden-Allendorf umrahmt.

Die von dem holländischen Bildhauer Cary van Dansik geschaffene Bronzebüste ist ein Werk, das nicht nur aus dem Kopf, sondern auch aus der Seele heraus geschaffen wurde. Er hat seinen Platz nun auf einem Granitsockel und weist den Weg zum Hauptgebäude des Gestüts.

Als der Ausnahme-Galopper Oleander zum dritten Mal in Folge den Großen Preis von Baden gewann, sagte der damalige Gestütsmeister von Altefeld, Landstallmeister Graf Kalnein: „Ein solches Pferd möchte ich auch einmal züchten.“ Ein Jahr später fohlte die Altefelder Stute Aversion ein kerniges Hengstfohlen, das auf den Namen Alchimist hörte. Aversion stammte aus der bedeutenden Stutenlinie der Antwort, ihr Vater war der Grand-Prix-Sieger Nuage. Derbysieger Herold; der Vater von Alchimist, war wie Nuage Hauptbeschäler im Gestüt Altefeld. Herold ist Vater von drei Derby-Siegern: Lupus und die Altefelder Dionys und Alchimist.

Als Rennpferd war Alchimist ein Star und gewann neben dem Deutschen Derby das Union-Rennen, den Großen Preis von Baden, den Großen Preis von Berlin und viele andere. Unsterblich wurde Alchimist jedoch erst durch seine überragende Nachzucht. Dazu zählen der ebenfalls in Altefeld geborene Derby-Sieger Birkhahn, Gundomar, Gewerke, Waldrun, Aralia und Schwarzkünstler.

Bei seiner Tochter Schwarzgold, vielleicht dem einzigen deutschen „Wunderpferd“, fielen Korrektheit und Leistung auf glückliche Weise zusammen. Sie war wohl in ihrer Zeit das beste Rennpferd in Europa, konnte aber wegen des Zweiten Weltkrieges nicht international geprüft werden. Schwarzgold gewann das Zukunftsrennen, Preis der Diana, den Großen Preis von Berlin und das Deutsche Derby mit zehn Längen Vorsprung.

Alchimist ist aus den Abstammungen der besten heutigen Renn- und Sportpferde nicht wegzudenken und sein Einfluss wäre bestimmt noch größer geworden, wäre er nicht nach dem Einmarsch der Roten Armee wegen Wiedersetzlichkeit erschossen worden. Alchimist landete in der Feldküche der Rotarmisten, während die Graditzer Stutenherde als Kriegsbeute in die Sowjetunion verbracht wurde.

Manfred W. Graf

Alchimist - der Derbysieger von 1933